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Betriebsalltag 17. Oktober 2026 · 14 Min Lesezeit

Zertifizierungen in der Baumpflege: SKT-A, SKT-B, AS Baum, ETW und FAW im Überblick

Wer mit der Baumpflege beginnt, wird gleich mit einer Menge Abkürzungen konfrontiert. Wir erklären dir, welche Kurse du wirklich brauchst, in welcher Reihenfolge sie Sinn ergeben und welche Kosten auf dich zukommen. Und falls du die ersten Kurse schon hast, was als Nächstes kommt.

Blick von unten auf einen Baumpfleger, der einen Ast über einem Hausdach abnimmt
Bis du so in der Krone arbeiten darfst, kommen ein paar Kurse zusammen.

Auf einen Blick

  • Die Basis sind Erste Hilfe, ein Motorsägenlehrgang und SKT-A. Damit arbeitest du am Boden mit der Motorsäge und im Baum mit der Handsäge.
  • Für die Motorsäge im Baum brauchst du SKT-B. Den Kurs darfst du erst nach 300 Kletterstunden und einem Jahr Praxis machen.
  • Für die drei Kurse zahlst du zusammen etwa 2.400 bis 3.500 €. Die SVLFG gibt je Kurs bis zu 150 € dazu, beim Klettern aber nur bei anerkannten Schulen.
  • European Tree Worker und Fachagrarwirt sind keine Pflicht. Gemeinden verlangen sie aber in ihren Ausschreibungen fast immer.

Baumpfleger ist (noch) kein Ausbildungsberuf

Eine Lehre zum Baumpfleger gibt es in Deutschland nicht (Bildungsserver Agrar). Viele kommen über eine grüne Ausbildung als Gärtner, Forstwirt oder Landwirt in den Beruf, mindestens genauso viele als Quereinsteiger. Was dich zum Baumpfleger macht, sind die Kurse und Zertifikate danach.

Das macht den Einstieg leicht. Mit ein paar Lehrgängen kannst du loslegen, auch nebenberuflich oder als zweites Standbein. Genau darüber wird in der Branche aber auch gestritten: Reichen ein paar Wochen wirklich aus, um zu lernen, Bäume fachgerecht zu pflegen? Viele im Fach meinen nein und wünschen sich einen eigenen Ausbildungsberuf.

Bevor es losgeht

Fast jeder Kurs verlangt dieselben drei Dinge:

  • Mindestens 18 Jahre. Die Vorschrift selbst nennt kein Alter, die Schulen verlangen es aber.
  • Eignungsuntersuchung beim Arbeitsmediziner. Sie hieß früher „G41“ und heißt heute „Arbeiten mit Absturzgefahr“. Bescheinigt wird, dass du für gefährliche Baumarbeiten geeignet bist. Die meisten Schulen wollen eine Bescheinigung, die höchstens zwei Jahre alt ist.
  • Erste Hilfe: ein Kurs mit 9 Unterrichtseinheiten, nicht älter als zwei Jahre. Jeder, der mit Seil klettert, muss ausgebildeter Ersthelfer sein. Der Kurs vom Führerschein hat zwar denselben Umfang, zählt aber nur, wenn ihn eine Stelle gegeben hat, die die Berufsgenossenschaften dafür zugelassen haben (DGUV). Auf Nummer sicher gehst du mit einem Kurs bei einer zugelassenen Stelle, die findest du über bg-qseh.de. Außerdem musst du den Kurs alle zwei Jahre auffrischen.

Schritt für Schritt

Diese Reihenfolge ergibt sich aus den Voraussetzungen der Kurse (SVLFG-Vorschrift VSG 4.2, Anhang 2):

  1. Erste Hilfe und Eignungsuntersuchung.
  2. Motorsägenlehrgang und SKT-A. Die Reihenfolge ist egal, beide brauchst du vor SKT-B.
  3. Klettern, klettern, klettern. Mindestens 300 Stunden am Seil und ein Jahr Praxis in der Baumpflege. Die Motorsäge nimmst du in dieser Zeit nur am Boden in die Hand, im Baum arbeitest du mit der Handsäge.
  4. SKT-B: Ab jetzt darfst du mit der Motorsäge im Baum arbeiten.
  5. Nach einem Jahr Praxis: European Tree Worker. Wer Bäume auf Verkehrssicherheit prüfen will, macht zusätzlich den FLL-Baumkontrolleur.
  6. Nach drei bis fünf Jahren: Fachagrarwirt Baumpflege oder European Tree Technician, wenn du Leute anleiten oder größere Aufträge leiten willst.

Alle Abschlüsse auf einen Blick

Die Preise sind Spannen aus den Angeboten mehrerer Schulen, Stand Oktober 2026. Manche Schulen rechnen mit, manche ohne Umsatzsteuer, viele sind ganz davon befreit. Manchmal kommen noch Kosten für eigenes Material oder Leihausrüstung dazu.

AbschlussVoraussetzungUmfangKostenGültigkeit
Motorsäge Modul AErste Hilfe, ärztliche Eignung16 UE (2 Tage)170–390 €ohne Ablauf
Motorsäge Modul BModul A24 UE (3 Tage)ca. 410 €ohne Ablauf
AS Baum I (A + B)Erste Hilfe, ärztliche Eignung40 UE (5 Tage)670–920 €ohne Ablauf
AS Baum IIAS Baum I40 UE (5 Tage)790–1.300 €ohne Ablauf
SKT-AErste Hilfe, ärztliche Eignung, Baumwissen40 Std. (5 Tage)850–1.260 €ohne Ablauf
SKT-BSKT-A, AS Baum I, 300 Kletterstunden, 1 Jahr Praxis40 Std. (5 Tage)875–1.320 €ohne Ablauf
ETW1 Jahr Praxis, SKT-B12 + 2 Tage1.900–3.250 €3 Jahre
Baumkontrolleur1 Jahr Praxis5–7 Tage1.000–1.500 €(bisher) ohne Ablauf
Fachagrarwirtgrüne Ausbildung oder 3⁠–⁠5 Jahre Praxisca. 1 Jahr350–5.000 €ohne Ablauf
ETTETW oder 3⁠–⁠5 Jahre Praxis16–25 Tage3.100–5.100 €3 Jahre
Studium ArboristikHochschulreife6 SemesterSemesterbeitragohne Ablauf

UE steht für Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Die Kosten sind ungefähre Spannen für Kurs und Prüfung zusammen. Beim Fachagrarwirt reicht die Spanne von den Gebühren an staatlichen Schulen bis zum Kurs an einer privaten Schule.

Motorsägenlehrgang

Beim Motorsägenlehrgang begegnen dir zwei Bezeichnungen für fast dasselbe. Die DGUV, der Dachverband der übrigen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, spricht von Modulen A + B (DGUV Information 214-059), die SVLFG, zuständig für die Baumpflege, von AS Baum I + II (SVLFG). Beide erkennen die Kurse gegenseitig an.

  • Modul A: die Grundlagen. Sägen am liegenden Holz und Fällen von dünnen Bäumen bis 20 cm Durchmesser.
  • Modul B: baut auf A auf. Fällen von Bäumen über 20 cm und von geworfenen, angeschobenen oder gebrochenen Bäumen.
  • AS Baum I: der Kurs der SVLFG, inhaltlich Modul A und B zusammen. Viele Schulen bieten ihn als Wochenkurs an. Die SVLFG nennt ihn ausdrücklich als Mindestvoraussetzung für gefährliche Baumarbeiten, und er ist Voraussetzung für SKT-B.
  • AS Baum II: Nutzung der Motorsäge im Korb der Hubarbeitsbühne. Setzt AS Baum I voraus. Bedienen darfst du die Bühne erst nach einer eigenen Schulung, manche Schulen packen beides in einen Kurs.

Für die Baumpflege ist AS Baum I bzw. Modul A und B das Minimum.

  • Ausrüstung: Schnittschutzhose, Schnittschutzstiefel, Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Handschuhe. Hast du noch keine eigene, frag vorher: Manche Schulen stellen Säge und Schnittschutz, bei anderen bringst du alles mit.
  • Kosten: Modul A allein etwa 170 bis 390 €, AS Baum I bzw. A und B zusammen etwa 670 bis 920 €. Die SVLFG gibt dir als Versichertem 150 € für einen Fünf-Tage-Kurs dazu, für kürzere Kurse weniger.
  • Nachweis: Du bekommst eine Bescheinigung oder ein Zertifikat der Schule, manche Schulen geben dazu eine Karte im Scheckkartenformat aus. Einen amtlichen „Motorsägenführerschein“ gibt es nicht. Heb den Nachweis gut auf, Auftraggeber und Kletterschulen wollen ihn sehen.

SKT-A und SKT-B

SKT steht für Seilklettertechnik. Ohne SKT darfst du nicht mit Seil im Baum arbeiten. Kurs A ist der Grundkurs für die Handsäge, Kurs B der Aufbaukurs für die Motorsäge.

SKT-A: der Grundkurs (Handsäge)

  • Was du danach darfst: mit Seil in den Baum steigen und dort mit der Handsäge arbeiten. Die Pflicht gilt seit Ende 2021 ausdrücklich auch für Arbeiten ohne Motorsäge (SVLFG).
  • Inhalt: sicher in den Baum steigen, in der Krone bewegen, Baum beurteilen, sichern, einen Kollegen retten.
  • Dauer: fünf Tage, höchstens fünf Teilnehmer je Ausbilder, am Ende eine Prüfung in Theorie und Praxis.
  • Voraussetzung: Neben Erster Hilfe und Eignung brauchst du Grundwissen zur Bruch- und Standsicherheit von Bäumen. Hast du keine grüne Ausbildung mit Praxis, bieten viele Schulen dafür einen eintägigen Vorkurs an.
  • Ausrüstung: Eigene Kletterausrüstung bringst du nur mit, wenn sie vollständig ist und im letzten Jahr geprüft wurde. Sonst leihst du sie bei der Schule, also Gurt, Helm, Seile, Karabiner, Abseilgerät und Handsäge.
  • Kosten: etwa 850 bis 1.260 €, die Leihausrüstung meist 120 bis 200 € extra. Die SVLFG gibt dir 150 € dazu.
  • Nachweis: eine Bescheinigung der Schule über den bestandenen Kurs.

SKT-B: der Aufbaukurs (Motorsäge)

  • Was du danach darfst: mit der Motorsäge im Baum arbeiten.
  • Inhalt: Schnitt mit der Motorsäge am Seil, Äste und Stammstücke abseilen, Rettung unter schwierigeren Bedingungen.
  • Dauer: fünf Tage, höchstens vier Teilnehmer je Ausbilder.
  • Voraussetzung: SKT-A, AS Baum I, mindestens 300 Kletterstunden und ein Jahr Praxis. Die Stunden musst du einzeln nachweisen, mit Datum und Einsatzzeit. Führ also von Anfang an ein Kletterbuch.
  • Ausrüstung: Hier bringst du deine eigene, geprüfte Kletterausrüstung mit, dazu Schnittschutzkleidung, Helm mit Visier und Gehörschutz. Manche Schulen wollen zusätzlich eine eigene Motorsäge und Steigeisen sehen.
  • Kosten: etwa 875 bis 1.320 €. Auch hier gibt die SVLFG 150 € dazu.
  • Nachweis: Nach SKT-B bekommst du auf Antrag den Fachkundeausweis der SVLFG mit Foto. Den hast du beim Klettern immer dabei.

SKT-A und SKT-B gibt es deshalb nicht als Paket, das du in zwei Wochen abschließen kannst. Bevor du SKT-B anfangen darfst, sammelst du erst einmal ordentlich Erfahrung im Baum.

Baumkletterer mit Helm und Seil in einer Baumkrone

European Tree Worker (ETW)

Der ETW ist ein europaweit anerkanntes Zertifikat für Baumpfleger. Lehrplan und Prüfung legt der European Arboricultural Council (EAC) fest, geprüft wird bei anerkannten Prüfungszentren, in Deutschland meist an Baumpflegeschulen (EAC-Prüfungsordnung).

  • Voraussetzung: 18 Jahre, ein Jahr Praxis, Motorsägenlehrgang, Erste Hilfe. Wer die Prüfung im Baum ablegt, braucht SKT-B, wer sie auf der Bühne ablegt, AS Baum I und II.
  • Prüfung: zwei Tage, schriftlich, mündlich, Baumarten bestimmen und Praxis am Baum.
  • Vorbereitung: Ein Kurs ist keine Pflicht, die meisten machen aber einen. Er dauert etwa zwölf Tage, verteilt auf mehrere Blöcke.
  • Kosten: Der Kurs kostet etwa 1.300 bis 2.300 €, die Prüfung 550 bis 950 €. Mit Prüfung zahlst du also etwa 1.900 bis 3.250 €.
  • Gültigkeit: drei Jahre. Verlängern kannst du, wenn du in den drei Jahren mindestens zwei Jahre in der Baumpflege gearbeitet und 30 Stunden Fortbildung gemacht hast.

Ein Gesetz schreibt den ETW nicht vor. Er ist aber der Nachweis, nach dem Gemeinden in Ausschreibungen am häufigsten fragen.

FLL-zertifizierter Baumkontrolleur

Wer Bäume regelmäßig auf Verkehrssicherheit prüft, etwa für eine Gemeinde oder eine Wohnungsgesellschaft, macht dieses Zertifikat. Grundlage sind die Baumkontrollrichtlinien der FLL (FLL).

  • Voraussetzung: 18 Jahre und ein Jahr Berufserfahrung in der Baumpflege oder Baumkontrolle.
  • Prüfung: 50 Fragen schriftlich, danach kontrollierst du mindestens vier Bäume vor den Prüfern. Wer einen wesentlichen Mangel übersieht, fällt durch.
  • Dauer und Kosten: fünf bis sieben Tage mit Prüfung, etwa 1.000 bis 1.500 €.
  • Gültigkeit: bisher ohne Ablauf. Die FLL hat eine Rezertifizierung angekündigt. Ob und ab wann sie gilt, fragst du am besten bei der FLL nach.

Hast du schon den ETW (seit 2016) oder den Fachagrarwirt, bekommst du das Zertifikat ohne eigene Prüfung. Dafür stellst du einfach einen Antrag bei der FLL und zahlst 95 €.

Geprüfter Fachagrarwirt Baumpflege

Der Fachagrarwirt ist der staatliche Abschluss für die Baumpflege. Seit 2021 heißt er „Geprüfter Fachagrarwirt Baumpflege – Bachelor Professional“ (Fortbildungsverordnung). Mit einem Studium hat der Zusatz nichts zu tun. Er zeigt, dass der Abschluss auf derselben Stufe steht wie zum Beispiel ein Meisterbrief. Neben Baumdiagnose und Verkehrssicherheit geht es um Kalkulation, Ausschreibungen und Mitarbeiterführung, also um alles, was du brauchst, wenn du einen Betrieb führst oder Baustellen leitest.

  • Voraussetzung: eine Ausbildung als Gärtner, Forstwirt oder Landwirt, oder eine andere Ausbildung und drei Jahre Praxis in der Baumpflege, oder fünf Jahre Praxis. Manche Schulen verlangen mehr.
  • Dauer: etwa ein Jahr in Vollzeit oder berufsbegleitend in Blöcken. Allein die Prüfung zieht sich über mindestens acht Monate.
  • Kosten: An staatlichen Schulen wie der LVG Heidelberg kostet der Lehrgang relativ wenig, du zahlst Gebühren von etwa 350 bis 1.210 €. An privaten Schulen zahlst du rund 5.000 €.
  • Förderung: Als Aufstiegsfortbildung wird der Abschluss mit Aufstiegs-BAföG gefördert, siehe unten.

Plane früh. Je nach Bundesland wartest du länger auf einen Prüfungstermin.

European Tree Technician (ETT)

Der ETT ist die Stufe über dem ETW, für Leute, die Teams oder Baustellen leiten. Wie den ETW gibt es ihn europaweit. In Ausschreibungen steht er für die Bauleitung oft gleichwertig neben dem Fachagrarwirt.

  • Voraussetzung: der ETW, oder eine Ausbildung und drei Jahre Praxis, oder fünf Jahre Praxis.
  • Prüfung: schriftlich, dazu mündlich Baumschadensdiagnose sowie Wirtschaft, Recht und Personal.
  • Dauer: etwa 16 bis 25 Kurstage, verteilt auf vier bis fünf Blöcke, dazu die Prüfungstage.
  • Kosten: Der Kurs kostet etwa 2.400 bis 4.200 €, die Prüfung 700 bis 890 €.
  • Gültigkeit: drei Jahre, wie beim ETW. Verlängern kannst du ihn mit Nachweisen über deine Arbeit und Fortbildung.

Studium Arboristik

An der HAWK in Göttingen kannst du Baumpflege studieren (HAWK). Der Studiengang war 2003 der erste seiner Art in Deutschland.

  • Voraussetzung: Hochschulreife. Die Plätze sind begrenzt, ein Praktikum vor dem Studium wird empfohlen.
  • Dauer: sechs Semester, darin ein dreimonatiges Praktikum.
  • Kosten: keine Studiengebühren, nur der Semesterbeitrag.
  • Abschluss: Bachelor of Science. Damit bekommst du auch das Baumkontrolleur-Zertifikat der FLL ohne Prüfung.

Was es sonst noch gibt

  • ISA Certified Arborist: das amerikanische Baumpflege-Zertifikat mit Prüfung auf Englisch. In Deutschland ist es weniger gefragt, außer du willst in den USA oder Kanada arbeiten.
  • Schweiz: Dort gibt es mit dem „Baumpflegespezialisten mit eidgenössischem Fachausweis“ eine staatliche Prüfung.
  • Frankreich: Hier ist das „Certificat de spécialisation Arboriste-élagueur“ der übliche Abschluss.
  • Österreich: Wie bei uns gibt es keinen Lehrberuf. Verbreitet ist der Baumpfleger nach ÖNORM.
  • Öffentlich bestellter Sachverständiger: für Gutachten, etwa vor Gericht, für Versicherungen oder bei Streit um Schäden, Baumwert und Verkehrssicherheit. Bestellt wird er von der Landwirtschaftskammer oder einer anderen zuständigen Stelle, nachdem er dort nachgewiesen hat, dass sein Fachwissen deutlich über dem Durchschnitt liegt und er viele Jahre Erfahrung hat.

Daneben gibt es Scheine, die mit Bäumen nur am Rand zu tun haben, im Alltag aber oft gebraucht werden:

  • Führerschein BE oder C1: Viele Häcksler wiegen mehr als 750 kg, dann brauchst du für das Gespann meist Klasse BE. Eine Bühne auf dem Lkw fährst du je nach Gewicht nur mit C1 (ADAC).
  • Hubarbeitsbühne: Bedienen darfst du sie erst nach einer Ausbildung mit Prüfung (DGUV Grundsatz 308-008).
  • Pflanzenschutz-Sachkunde: Pflicht, wenn du beruflich Pflanzenschutzmittel einsetzt, mit Fortbildung alle drei Jahre.
  • Ladekran: Für einen Kran am Lkw brauchst du eine eigene Ausbildung, etwa den Kranführerschein.
  • Verkehrssicherung: Arbeitest du an Straßen, verlangen Auftraggeber oft einen Kurs zur Absicherung von Arbeitsstellen (MVAS 99).

Was Auftraggeber verlangen

Kein Gesetz schreibt dir einen bestimmten Abschluss vor. Manche Auftraggeber, vor allem Gemeinden, stellen in ihren Ausschreibungen für Baumpflege aber immer wieder dieselben Anforderungen:

  • auf jeder Baustelle mindestens ein European Tree Worker,
  • für die Bauleitung ein Fachagrarwirt oder European Tree Technician,
  • beim Klettern zwei Leute mit SKT-B,
  • für alle Erste Hilfe und Motorsägenlehrgang.

Fehlt ein Nachweis, ist das ein Ausschlusskriterium, egal wie günstig dein Angebot ist. Willst du für Gemeinden arbeiten, lohnt sich der ETW deshalb früh.

Privatkunden fragen selten nach Zertifikaten. Es lohnt sich aber trotzdem, deine Qualifikationen auf deiner Website oder in deinem Google-Profil zu zeigen. Das schafft Vertrauen, bevor du überhaupt vor Ort bist.

Häufige Irrtümer

  • „Mit der Handsäge brauche ich kein SKT.“ Doch. Seit 2021 brauchst du auch ohne Motorsäge mindestens SKT-A.
  • „Mit SKT-A und Motorsägenlehrgang darf ich mit der Motorsäge im Baum arbeiten.“ Nein. Dafür brauchst du SKT-B.
  • „Als Selbstständiger klettere ich allein.“ Nein. Beim Klettern muss immer ein zweiter ausgebildeter Kletterer mit Ausrüstung vor Ort sein, der dich retten kann (VSG 4.2, Anhang 1). Die SVLFG zählt dich als Unternehmer zu den Versicherten, für die ihre Vorschriften gelten.
  • „Jede Kletterschule ist anerkannt.“ Nein. Die SVLFG führt eine Liste der anerkannten Schulen. Schau vor der Buchung nach. Ein Kurs bei einer anderen Schule zählt womöglich nicht als Nachweis, dass du klettern darfst. Spätestens nach einem Unfall stehst du dann ohne gültigen Nachweis da, und den Zuschuss gibt es auch nicht.
  • „Die 300 Stunden hab ich bestimmt schon hinter mir.“ Gefordert ist eine schriftliche Aufstellung mit Datum und Einsatzzeiten.

Zuschüsse und Förderung

  • SVLFG-Zuschuss: Bist du bei der SVLFG versichert, bekommst du 150 € für jeden fünftägigen Lehrgang in Seilklettertechnik oder Motorsäge, bei kürzeren Kursen weniger. Du gibst bei der Anmeldung deine Mitgliedsnummer an und reichst danach Gutschein und Rechnung ein (SVLFG). Bei AS Baum I, SKT-A und SKT-B sind das zusammen 450 €.
  • Erste Hilfe: Die SVLFG zahlt ihren Mitgliedsbetrieben den Erste-Hilfe-Kurs und die Auffrischung, wenn der Kurs vor Ort bei einer zugelassenen Stelle stattfindet (SVLFG). Du meldest dich mit deiner Mitgliedsnummer und dem unterschriebenen Vordruck der SVLFG an, die Schule rechnet direkt mit der SVLFG ab.
  • Aufstiegs-BAföG für den Fachagrarwirt: Kurs- und Prüfungsgebühren werden gefördert, die Hälfte davon als Zuschuss, den du nicht zurückzahlst (aufstiegs-bafoeg.de).
  • Programme der Bundesländer: In Baden-Württemberg zahlt die Fachkursförderung 45 % der Kursgebühr, auch für Selbstständige, wenn der Kurs dafür gekennzeichnet ist. In NRW übernimmt der Bildungsscheck die Hälfte, höchstens 500 € im Jahr. Andere Länder haben eigene Programme, oft nur für Angestellte. Frag bei der Schule nach, welche Förderung bei ihr geht.
  • Bildungsgutschein der Arbeitsagentur, wenn du arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist. Er gilt nur bei zertifizierten Schulen.

Was regelmäßig fällig ist

Die meisten Kurse machst du einmal. Ein paar Dinge kommen aber immer wieder:

  • Jedes Jahr eine Rettungsübung, schriftlich festgehalten (VSG 4.2, Anhang 1).
  • Jedes Jahr die Prüfung deiner PSA gegen Absturz durch einen Sachkundigen, also der ganzen Kletterausrüstung vom Gurt über Seile und Karabiner bis zum Helm, ebenfalls mit Nachweis.
  • Alle zwei Jahre Erste Hilfe auffrischen.
  • Alle drei Jahre den ETW verlängern, wenn du ihn hast.
  • Viele Schulen bieten dafür einen jährlichen Fortbildungstag an, der Rettungsübung und Ausrüstungsprüfung in einem erledigt, für etwa 280 bis 350 €.

Trag dir die Termine gleich ein. Was du sonst noch erledigen musst, wenn du dich selbstständig machst, steht in „Als Baumpfleger in die Selbstständigkeit starten“.

Keine Rechtsberatung. Dieser Artikel fasst die Regeln mit Stand 17.10.2026 zusammen, so wie sie in Deutschland gelten. Die Preise sind grobe Spannen aus den Angeboten mehrerer Schulen und ändern sich. Was für deinen Fall gilt, klärst du im Zweifel mit der SVLFG oder deiner Schule.


Und die Büroarbeit?

Klettern, Fällen und das ganze Wissen rund um den Baum sind nur ein Teil des Berufs. Angebote, Rechnungen und Dokumentation gehören leider auch dazu. ArborOffice hilft dir, diese Büroarbeit schnell und einfach zu erledigen: Du sprichst die Besichtigung ins Handy, daraus werden Kalkulation, Angebot und Rechnung, und die Gefährdungsbeurteilung erledigst du direkt am Baum. Was auf eine Rechnung muss, steht in „Rechnung schreiben als Baumpfleger“.

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