Warum die Beurteilung überhaupt aufgeschrieben werden muss, haben wir in „Gefährdungsbeurteilung: Immer gemacht, selten dokumentiert“ zusammengetragen. Kurz gesagt: Für Arbeiten mit Seilklettertechnik verlangt die VSG 4.2 der SVLFG im Anhang 1 eine schriftliche Beurteilung des jeweiligen Einsatzorts. Sie ist „durchzuführen, zu dokumentieren und archivieren“.
Hier geht es um die praktische Frage: Was schreibst du da eigentlich hin?
Auf einen Blick
- Die SVLFG hat ein fertiges Formular für Baumarbeiten. Es passt auf eine Seite und geht von Personal über Ausrüstung und den Baum bis zur Rettung.
- Am häufigsten fehlen Rettungspunkt, zweite Kletterausrüstung und die Witterung am Einsatztag.
- Unsere kostenlose Vorlage ist genauso aufgebaut. Du füllst sie am Handy aus oder druckst sie leer aus. Kein Konto, das PDF kommt sofort.
Die Vorlage der SVLFG
Die SVLFG hat in ihrer Broschüre „Baumarbeiten“ (B08), Seite 74, ein Formular abgedruckt: die „Einsatzortbezogene Gefährdungsbeurteilung Baumarbeiten“. Es passt für Klettern, Hubarbeitsbühne und Fällung. Viele Betriebe kennen es, manche haben es kopiert im Transporter liegen.
Das Formular ist gut. Der Haken: Es steckt als Seite in einer langen Broschüre, und ausfüllen kannst du es nur mit Kugelschreiber. Deshalb haben wir es als Vorlage nachgebaut, die du direkt am Handy ausfüllst. Die Punkte sind dieselben, in derselben Reihenfolge, nur in fünf kurze Schritte aufgeteilt.
Was in die Gefährdungsbeurteilung gehört
Die Abschnitte folgen dem SVLFG-Formular. Du musst dafür keinen Aufsatz schreiben. Wichtig ist, dass jeder Punkt kurz vorkommt und bei einem Befund dabeisteht, was ihr deswegen macht.
Einsatz
Datum, Beginn, Einsatzort, Arbeitsauftrag und wer die Aufsicht führt, mit Telefonnummer. Dazu, wie gearbeitet wird: vom Boden, mit Seilklettertechnik, mit Hubarbeitsbühne oder mit Kran.
Personal
Wer ist dabei, und wer hat welchen Schein? AS Baum I und II, SKT A und B. Dann die gemeinsame Checkliste: Auftrag besprochen, Bodenperson da, alle gesundheitlich fit, Aufgaben verteilt, Zeichen abgesprochen, Sicherungsposten, genug Erfahrung für diese Arbeit.
Durchzuführende Arbeiten
Was heute gemacht wird, etwa Totholzentnahme, Kroneneinkürzung, Kronensicherung oder Fällung. Achte darauf, ob abgeseilt oder mit Kran gefällt wird. Das ändert, was du an Ausrüstung und Absperrung brauchst.
Ausrüstung und Arbeitsgerät
PSA vorhanden und überprüft, zwei Kletterausrüstungen, Abseil- und Rettungsmaterial, Maschinen, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Funk und Absperrmaterial. „Vorhanden“ und „überprüft“ sind zwei verschiedene Haken. Die Säge im Transporter ist noch keine geprüfte Säge.
Baumbezogene Gefahren
Das Herzstück, für jeden Baum einzeln. Ausrichtung (Normalbaum, Vorhänger, Rückhänger, Seitenhänger, angekippt), Baumumfeld, Stammfuß und Stamm, Krone und Kronengewicht. Am Ende steht die eigentliche Frage: Ist der Baum sicher für die geplanten Arbeiten? Ja, nein oder erst untersuchen. Wenn du untersuchst, schreib dazu, was du geprüft hast und was dabei herauskam.
Gefahren am Einsatzort
Witterung, Stromleitungen, Fallbereich, Verkehr, ob abgeseilt werden muss, ob ihr euch hört und ob es eine freie Rückweiche gibt. Bei jedem Befund gehört die Maßnahme dazu, also zum Beispiel „Gehweg wird abgesperrt“.
Notfall und Rettung
Zufahrt bekannt, Notruf möglich, Erste-Hilfe- und Rettungsmaterial am Baum, Rettungsseil, Ruf- und Sichtverbindung, Rettungspunkt besprochen. Wie ihr einen Kletterer aus dem Baum holt, muss laut VSG 4.2 vor Beginn der Arbeit feststehen.
Abschluss
Das SVLFG-Formular schließt mit Ort, Datum, Firma, Name und Unterschrift des Verantwortlichen. Unsere Vorlage hat am Ende eine Zeile für Ort, Datum, Name und Unterschrift, die Firma schreibst du einfach dazu. Damit bestätigst du, dass die Arbeiten auf dieser Grundlage durchgeführt werden können. Danach heftest du das Blatt ab, denn die Beurteilung musst du aufbewahren.
Drei Lücken, die oft offen bleiben
Die meisten Punkte hakt man aus Gewohnheit richtig ab. Drei Stellen bleiben aber auffällig oft leer oder werden nur angekreuzt, ohne dass wirklich etwas geklärt ist.
Der Rettungspunkt
„Rettungspunkt besprochen“ ist schnell angekreuzt. Aber wohin kommt der Rettungswagen genau? In der Stadt ist das die Einfahrt mit Hausnummer. Im Wald ist es die Nummer vom Rettungspunkt-Schild, und die sucht man nicht erst, wenn jemand im Seil hängt. Schreib den Punkt ins Feld, nicht nur den Haken.
Die zweite Kletterausrüstung
Bei Arbeiten mit Seilklettertechnik muss laut VSG 4.2 ein zweiter ausgebildeter Kletterer mit eigener Ausrüstung vor Ort sein. Das gilt auch, wenn du als Unternehmer selbst kletterst, denn die VSG 1.1 zählt Unternehmer ausdrücklich zu den Versicherten. Ein zweites Gurtzeug, das zu Hause im Lager hängt, hilft im Notfall niemandem.
Die Witterung am Einsatztag
Die Besichtigung für das Angebot war vielleicht vor drei Wochen. Seitdem hat es gestürmt, geregnet oder gefroren. „Witterung geeignet“ gilt für heute, nicht für den Tag der Besichtigung. Deshalb gehört die Beurteilung an den Einsatztag, bevor jemand einsteigt.
So nutzt du unsere Vorlage
Unsere Vorlage hat alle Punkte aus dem SVLFG-Formular, aufgeteilt in fünf kurze Schritte: Einsatz, Personal, Arbeiten, Bäume, Gefahren. Du kannst sie auf zwei Arten nutzen:
- Am Handy ausfüllen. Du gehst die Schritte durch, hakst ab und tippst ein, was du siehst. Am Ende tippst du auf „PDF erstellen“ und hast das fertige Blatt.
- Leer ausdrucken. Du lässt alles frei und erstellst gleich das PDF. Dann hast du ein sauberes Formular zum Ausfüllen mit Kugelschreiber, zum Beispiel als Stapel im Transporter.
Du brauchst kein Konto, und das PDF bekommst du sofort. Wenn du willst, schicken wir es dir zusätzlich per Mail. Deine Eingaben nutzen wir nur, um das PDF zu erstellen, gespeichert wird davon nichts.
Auf ein Blatt passen bis zu drei Bäume und vier Personen. Sind es mehr Bäume, füllst du einfach ein zweites Blatt aus.
Und wenn du es öfter brauchst
Die Vorlage reicht für den einzelnen Einsatz. Wenn du die Beurteilung jede Woche machst, hilft dir ArborOffice, die Büro-App für Baumpflegebetriebe:
- Alles an einem Ort: Die Beurteilung liegt direkt in der Projektakte, mit Fotos.
- Per Sprache ausfüllen: Einfach erzählen, die App setzt die Haken.
- Auch fürs Team: Mitarbeiter oder Subunternehmer füllen sie über den Projekt-Link am Handy aus. Sie landet sofort bei dir.
- Schon vorausgefüllt: Adresse, Team und Arbeiten kommen aus dem Projekt.
Wie das in der App aussieht, zeigen wir in „Gefährdungsbeurteilung am Handy: fertig, bevor du einsteigst“.
Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag fasst die Vorgaben der SVLFG mit Stand 02.10.2026 zusammen, so wie sie für kleine Betriebe in Deutschland relevant sind. Die Vorlage hilft beim Festhalten, die Beurteilung selbst machst du vor Ort. Welche Pflichten für dich genau gelten, hängt von deinem Unfallversicherungsträger und deinem Betrieb ab. Im Zweifel frag direkt bei der SVLFG nach. In Österreich (AUVA) und der Schweiz (Suva) gelten eigene Regeln.
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